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Die tiefe Atmung

Die tiefe Atmung
8. April 2020 Kristina Trolle
In Kristina Trolle

Unterschätze die Wirkung nicht, die die Atmung auf Deinen Körper hat. Die Atmung durch den ganzen Körper hindurch, hinunter in den Bauch und die Aussendung von Sauerstoff in alle Zellen hat einen großen Einfluss auf Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden. Für die meisten von uns ist die Atmung eine Selbstverständlichkeit, weil sie automatisch fließt, ohne, dass wir darüber nachdenken müssen.

Bevor ich anfing, Yoga zu praktizieren und auf meinen Körper zu hören, habe ich nur durch den oberen Teil meiner Brust geatmet und das tue ich immer noch, wenn ich mir dessen nicht bewusst bin oder unter Stress stehe. So ziemlich alle Menschen, die ich im Laufe der Zeit trainiert habe, hatten eine flache Atmung, als sie mit mir anfingen.

Hier erhältst Du einen Leitfaden mit vier Übungen für die tiefe Atmung und Informationen darüber, was sie für Dich tun kann und wie Du sie aktiv in Deinen Alltag integrieren kannst.

Für mich ist es wichtig, dass die Übungen einfach sind. Ich muss in der Lage sein, sie überall durchführen zu können, egal wo ich gerade bin und ohne, dass ich mir große Gedanken darüber machen muss. Sonst weiß ich, was passiert: Ich schaffe es nicht… Ich gebe Dir deshalb vier Übungen, die bei mir funktioniert haben. Spüre, was für Dich funktioniert!

✨ Erste Übung: Atme bewusst

Zuallererst ist es wichtig, dass Du Dir Deiner Atmung bewusster wirst. Versuche zu Beginn fünf Mal am Tag innezuhalten und zehn Mal bewusst zu atmen. Stellen gegebenenfalls fünf  „Alarme” in Deinem Handy ein oder verknüpfe es mit einer anderen Gewohnheit, z.B. nach dem Zähneputzen oder vor dem Essen. Du musst nicht über Technik und Form nachdenken, sondern nur atmen und fühlen, wohin die Atmung in Deinen Körper geht. Alles, was Du tun musst, ist beobachten. Sonst nichts.

✨ Zweite Übung: Ganz hinein in den Bauch

Es ist ganz einfach und effektiv, bis in den Bauch zu atmen. Die meisten Menschen, die sich ihrer Atmung nicht bewusst sind, atmen in den Rachen und in den Brustkorb.

Am Anfang der Übung ist es eine gute Idee, sich hinzulegen. Ich mache es immer abends vor dem Schlafengehen, da ich mich so schnell entspanne, obwohl meine Gedanken in meinem Kopf herumspinnen und ich Unruhe in meinem Körper habe. Wenn Du Dich mit der Übung vertraut machst, kannst Du sie überall machen: bei der Arbeit, im Zug oder in der Schlange im Supermarkt.

Leg Dich auf den Rücken und lege beide Hände auf den Bauch. Atme durch die Nase, vorbei an Hals und Brust bis hinunter zum Bauch. Spüre, wie Dein Bauch die Hände hebt, und stelle Dir vor, dass Deine Einatmung den Boden Deines Bauches trifft. Lasse dann los, lasse die Luft ebenso leise wieder durch die Nasenlöcher ausströmen. Wiederhole die Übung zehn Mal. Zuerst mag der Geist nach ein paar Runden abgelenkt sein, aber dann lenke Deine Aufmerksamkeit einfach liebevoll und fest wieder auf Deine Atmung.

Was das Essen betrifft, so habe ich viel mit Atemübungen gearbeitet. Irgendwann habe ich mit mir selbst eine Abmachung getroffen: Wenn ich etwas essen will und das Gefühl habe, dass es meine Gefühle sind, die hungrig sind, dann muss ich zehnmal atmen und mich dann fragen, was ich wirklich brauche. Normalerweise ist es dann nicht ein ganzer Kuchen oder eine Tüte Chips. Manchmal komme ich zu dem Schluss, dass es genau die Tüte Chips ist, die ich brauche, und dann ist es in Ordnung, aber das ist selten. Meistens verschwindet der Wunsch und das Bedürfnis.

✨ Dritte Übung: Schrittweises Ausatmen

Sobald Du Dich mit dem Einatmen in den Bauch vertraut gemacht hast, kannst Du mit dem Schritt des allmählichen Ausatmens fortfahren. Bei dieser Übung ist es am besten, sich hinzulegen, da hier etwas mehr Konzentration gefragt ist. Atme ganz in den Bauch hinein und atme weiter bis zum Brustkorb, Nacken und Schultern hinauf.

Halte kurz den Atem an. Lasse dann los und atme allmählich aus – zuerst in den Schultern, dann im Hals und in der Brust, und schließlich lasse die Luft aus Deinem Bauch heraus. Am Anfang mag es etwas schwierig sein, Deine Ausatmung zu kontrollieren, aber übe es weiter. Es wird kommen.

✨ Vierte Übung: Harte Ausatmungen

Diese Übung ist reinigend und kann zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Schließe die Augen und atme tief durch die Nase, bis auf den Grund des Bauches. Atme durch den Mund aus und wenn Du das Gefühl hast, dass keine Luft mehr da ist, atme kräftig aus. Mache weiter, bis Du das Gefühl hast, dass Deine Lungen völlig leer sind. Wiederhole die Übung etwa zehn Mal.

Die Atmung ist unerlässlich. Das liegt unter anderem daran, dass jede Yoga- und Meditationspraxis mit dem Atem beginnt, weil unsere Atmung der direkte Weg zum zentralen Nervensystem ist und damit der direkte Weg, den Lärm, der in uns und um uns herum in Form von Gedanken, Gefühlen und Stimmungen ist, zum Schweigen zu bringen, damit wir endlich unsere innere Stimme, unsere Essenz, hören können.

Das Gute daran ist, dass Atemübungen überall und jederzeit durchgeführt werden können. Sie erfordern kein Werkzeug, keine Voraussetzungen und keinen Guru, d.h. sie sind griffbereit und können daher auch in Notfällen und in Zeiten der Not durchgeführt werden.

Jedes Mal, wenn Du atmest, verknüpfst Du Dich mit Deinem Kern und damit auch mit Gott/dem Universum. Stelle Dir Deine Atmung als die Verbindung zwischen Deinem Körper und Deiner Seele vor.

Alles Liebe,

Kristina ❤️

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